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Leckortung / Rohrreinigung
Leckagebeseitigung und das Reinigen von Verschmutzungen in Rohren

Bei der Ortung von Leckagen oder Verschmutzungen ist das Finden von Lecks oder der Quelle der Verunreinigung innerhalb eines Rohrleitungssystems gemeint.

Leckortung / Rohrreinigung
Leckortung / Rohrreinigung
Leckortung / Rohrreinigung
Leckortung / Rohrreinigung

Mit den unterschiedlichsten Messverfahren und Techniken werden Löcher in Leitungen oder Verschmutzungen gefunden, selbst an Stellen, die extrem schwierig zu erreichen sind.

In diesem Bereich (Ortung) gibt es verschiedene Arten von Messungen, Prüfungen und Techniken. Einige der unten aufgeführten Techniken und Messverfahren spielen auch in andere Themengebiete hinein (z.B. Rohrreinigung). Wenn Sie weitere Informationen benötigen oder spezielle Anforderungen haben, sprechen Sie uns bitte direkt an. Gern beraten wir Sie persönlich zu diesem Thema.


Möchten Sie mehr wissen?

Mit den folgenden Informationen gehen wir ins Detail.

Informationen zum Thema Dichtheitsprüfung für alle Wohneigentümer! (hier aufklappen)

Die Dichtheitsprüfung
Ein wichtiges Thema für alle Grundstückseigentümer

Die Errichtung, der Betrieb und die Instandhaltung privater Abwasserleitungen sind Aufgabe des Grundstückseigentümers. Er gilt als Anlagenbetreiber und hat folglich gewisse rechtliche Verpflichtungen. Diese ergeben sich grundlegend aus dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) des Bundes und werden konkretisiert durch die Gesetze der jeweiligen Bundesländer.

Welche Grundsätze gelten beim Betrieb von Abwasseranlagen (also auch von privaten Abwasserleitungen)?

Abwasserleitungen müssen dicht sein! Diese so selbstverständlich klingende Feststellung gilt als rechtliche Vorschrift.

Vorrangig sind hierfür zwei Gründe ausschlaggebend:

  1. Vermeidung des ungewollten Austretens von Schmutzwasser aus Abwasserleitungen, welches zur Verunreinigung des Bodens und des Grundwassers beiträgt.
  2. Vermeidung des Eindringens von Grundwasser in die Leitung, da dies unnötige Kosten für die Säuberung nicht reinigungsbedürftigen Grundwassers in Kläranlagen zur Folge hat.

Das hiermit verfolgte übergeordnete Ziel besteht also in der Schaffung eines intakten Abwassersystems zum Schutz der Umwelt und zur Vermeidung unnötiger Kosten.


§ 60 Abwasseranlagen
(1) Abwasseranlagen sind so zu errichten, zu betreiben und zu unterhalten, dass die Anforderungen an die Abwasserbeseitigung eingehalten werden. Im Übrigen dürfen Abwasseranlagen nur nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet, betrieben und unterhalten werden.
(2) Entsprechen vorhandene Abwasseranlagen nicht den Anforderungen nach Absatz 1, so sind die erforderlichen Maßnahmen innerhalb angemessener Fristen durchzuführen.
(3) Die Errichtung, der Betrieb und die wesentliche Änderung einer Abwasserbehandlungsanlage, für die nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung eine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht, bedürfen einer Genehmigung. Die Genehmigung ist zu versagen oder mit den notwendigen Nebenbestimmungen zu versehen, wenn die Anlage den Anforderungen des Absatzes 1 nicht entspricht oder sonstige öffentlich-rechtliche Vorschriften dies erfordern. § 13 Absatz 1, § 16 Absatz 1 und 3 und § 17 gelten entsprechend.
(4) Die Länder können regeln, dass die Errichtung, der Betrieb und die wesentliche Änderung von Abwasseranlagen, die nicht unter Absatz 3 fallen, einer Anzeige oder Genehmigung bedürfen. Genehmigungserfordernisse nach anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften bleiben unberührt.

Quelle: Wasserhaushaltsgesetz


Welche typischen Schäden können auftreten?

  • Fehlende, verschobene oder verrottete Dichtungen
  • Undichte oder verschobene Rohrverbindungen
  • Risse
  • einwachsende Wurzeln

Was bedeutet das konkret für Sie als Grundstückseigentümer?

Als Grundstückseigentümer sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, regelmäßig vorhandene Abwasserleitungen auf Dichtheit zu überprüfen und falls nötig entsprechend zu sanieren. Dies hat innerhalb festgelegter Fristen zu geschehen. Als übergreifende Regelung des WHG in Verbindung mit der Deutschen Industrienorm (DIN) 1986–30 muss spätestens bis zum 31. Dezember 2015 der „Nachweis einer Dichtheitsprüfung der Abwasserleitungen“ für jedes Grundstück vorliegen. Wie genau diese Fristen und die Prüfung auf Dichtheit geartet sind, erfragen Sie direkt bei Ihrer Gemeinde. Beachten Sie hierbei: 2015 ist die absolute Maximalfrist; in vielen Bundesländern ist sie deutlich kürzer.

Also: Informieren Sie sich jetzt und vermeiden Sie unschöne Überraschungen! Aufgepasst!

Wenden Sie sich frühzeitig an den Profi. So geraten Sie nicht an unseriöse Dienstleister mit minderwertiger Leistung bei überhöhtem Preis. Lassen Sie sich nicht von scheinbaren Schnäppchenanbietern verleiten, die unter Umständen unnötige Sanierungsmaßnahmen vor- und Ihnen dafür zu viel Geld abnehmen. Eine fachgerechte und anerkannte Dichtheitsprüfung kann ausschließlich von einem zertifizierten Sachkundigen zur Dichtheitsprüfung durchgeführt werden.

Was können Sie tun?

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde bzgl. der für Sie geltenden Fristen und Vorgaben.
  • Planen Sie die Prüfung früh genug auch finanziell mit ein. Eine fachgerechte Dichtheitsprüfung für ein einfaches Einfamilienhaus beträgt ungefähr 300 - 600 Euro, wobei der genaue Preis im Einzelfall ermittelt werden muss.
  • Lassen Sie die Dichtheitsprüfung nur von einem zertifizierten Fachmann durchführen.
  • Denken Sie daran, Ihrer Gemeinde den Nachweis der Prüfung zukommen zu lassen.

Verfahrenstechniken für das Finden von Leckagen und Rohrbeschädigungen

In diesem Bereich (Ortung) gibt es verschiedene Arten von Messungen, Prüfungen und Techniken. Einige der unten aufgeführten Techniken und Messverfahren spielen auch in andere Themengebiete hinein (z.B. Rohrreinigung). Sie haben eine spezielle Anforderung? Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne persönlich zu diesem Thema.

  • Differenzdruckmessungen
  • Videountersuchung
  • Signalnebelverfahren
  • Kreuzpeilungstechnik
  • Hydraulische Fräsen
  • Kontrastpulver und Schwarzlichtlampe
  • Elektroimpulsverfahren
  • Mobiler Hochdruck-Spüler
  • Gasmessung
  • Kanal-TV
  • Thermo-Messung
  • Drucksuchsystem
  • Optoelektronisches Endoskopieverfahren
  • Funkkorrelator
  • Hochfrequenz-Ortungssystem
  • elektroakustische Hochortung
  • Tracergas
  • Blower-Door-Verfahren
  • Schallimpulsmessung
  • Differenzdruckmessungen

Sie möchten mehr Details? Hier gehen wir noch einmal ganz speziell auf verschiedene Verfahrensarten ein. Bitte klicken Sie auf die entsprechende Verfahrensart, um darüber weitere Informationen zur erhalten. Darüber hinausgehend, beraten wir Sie natürlich auch gerne persönlich zu diesem Thema und erklären Ihnen, mit welchen Verfahren wir arbeiten.

Kanal-TV / Kamerafahrt

Kanal-TV / Kamerafahrt

Die kostengünstige und zerstörungsfreie Variante der Leckortung und Rohrreinigung

Rohrbrüche lassen sich nie ganz verhindern. Die extrem niedrigen Temperaturen im Winter oder Fehler beim Material können besonders bei alten Rohrleitungen schnell zu einem Schaden führen. Ein Leck oder im schlimmsten Fall ein Rohrbruch sind nicht selten die Folgen.
Wird dies festgestellt, sind erste Maßnahmen zu treffen. Um einen größeren Schaden zu verhindern, sollte umgehend das Wasser, das durch das entsprechende Rohr fließt, abgestellt werden. Anschließend muss der Schaden geortet und behoben werden. Bei herkömmlichen Methoden ist dies mit großem Aufwand und hohen Kosten verbunden, da die Rohre häufig freigelegt werden müssen. Bei dieser zerstörungsintensiven Vorgehensweise werden Schäden erzeugt, die nach der eigentlichen Reparatur wieder beseitigt werden müssen. Dies ist mit viel Schmutz, Lärm und hohen Kosten verbunden.
Eine kostengünstigere und zugleich zerstörungsfreie Alternative bietet die Leckortung durch Kanal-TV. Hierbei werden spezielle Kanal-TV Kameras, die in verschiedenen Größen verfügbar sind, in die entsprechenden Rohrleitungen geführt.

Per Video lassen sich so Rohrschäden, Wurzeleinwüchse, Ablagerungen oder Fremdkörper im Abwassersystem orten. Nach der Ortung lassen sich die Schäden beheben. Die eigentlichen Reparaturarbeiten können einfach durchgeführt werden und die Kosten dafür sind im Gegensatz zu den Folgearbeiten, die bei üblichen Verfahren aufkommen, relativ gering. Sie profitieren somit in jeglicher Hinsicht von der Leckortung durch die neueste Technik des Kanal-TVs. Durch die extra dafür entwickelte Spezialsoftware gibt es vielfältige Funktionen wie z.B. schwenkbare Kameraköpfe aus besonders widerstandsfähigem aber leichten Material. Selbstverständlich ist der Kamerakopf wasserdicht (bis zu 5 bar). Fahren in einem Bogen, sehr hohe Neigungswinkel und Endlosrotation sind Fähigkeiten, die modernste Kameraköpfe dieser Technik auszeichnet. So lässt sich dokumentiert (Bilder und Video) feststellen, ob die Leitungen richtig verlegt wurden, woher Leitungen überhaupt genau herlaufen und ob Schäden irgendwelcher Art in den Leitungen zu finden sind.

Elektrodenmessung

Elektrodenmessung

Eine induktive Messung des elektrischen Feldes um den Feuchtigkeitsgehalts mithilfe einer Elektrode zu ermitteln.

Wichtig ist, auch bei dieser Messmethode, dass sie zerstörungsfrei ist und komplett ohne Baustoffbeeinträchtigung auskommt.Ein gutes Beispiel dafür ist die elektrische Widerstandsmessung. Messstrom fließt in das Baumaterial und von da wieder zurück in das Messgerät. Je mehr Feuchtigkeit im Material, desto mehr Strom wird vom Messgerät wieder aufgefangen.

So kann man digital den Feuchtigkeitsgehalt ablesen. Eine in der Praxis sehr häufig eingesetzte Art der Feuchtigkeitsbestimmung, aber nicht die Einzige.

Endoskopieverfahren

Endoskopieverfahren

Das optoelektronische Endoskopieverfahren wird häufig auch als Videoskopie bezeichnet.

Optoelektronisch bedeutet, dass es eine Verbindung von elektrischen und optischen Bauteilen gibt. Auch bei dem Messgerät in diesem Verfahren wurde so ein Bauteil eingesetzt. Das Wort Endoskopie entstammt aus der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie „Der Blick in das Innere“. Damit erklärt sich auch die Eignung dieses Geräts. Es eignet sich, um schwierig erreichbare Räume, Stellen oder Plätze einzusehen. Endoskopie wird auch in der Medizin eingesetzt. Ein meist flexibler Schlauch, der an eine Kaltlichtquelle angeschlossen ist und einen Blick ins Innere gewährt. Auch in der Leckagesuche besteht so ein Gerät aus einer Kamera, einer Kaltlichtquelle und einem Glasfaserkabel.

Das Glasfaserkabel dient zur genauen Steuerung des Geräts. Selbstverständlich von außerhalb der Rohrleitung. Die Bilder werden von einer Fachkraft direkt ausgewertet. So kann ein vermeintliches Leck sehr genau lokalisiert werden. Das Glasfaserkabel kann durch viele verschiedene Wege ins Rohrleitungssystem eingeführt werden (Rohröffnung, Bruchstellen oder Bohrungen). Da die Bohrungen gezielt an unauffälligen Stellen angesetzt werden können, ist auch dieses Verfahren als praktisch zerstörungsfrei anzusehen. So entstehen keine weiteren Schäden oder Kosten.

Schwarzlichtverfahren

Schwarzlichtverfahren

Die Leckageprüfung mit Kontrastpulver und einer speziellen Schwarzlichtlampe.

Mit der Hilfe von fluoreszierendem Kontrastpulver werden Lecks fast „sichtbar“ gemacht. Extra für diese Nutzung entworfen, wird das eingebrachte Kontrastpulver mit einer mobilen Schwarzlichtlampe sehr auffällig sichtbar. Für Abwasserleitungen wird dieses Pulver mit einem bestimmten Mischverhältnis mit Wasser gemixt. Dieses Wassergemisch wird dann dem Wasserkreislauf zugeführt.

Das Pulver gibt es in den verschiedensten Farben damit man bei unterschiedlich verlaufenden Rohrsystemen schnell unterscheiden kann, in welchem das Leck zu finden ist. Bestimmte Systeme dieser Art eignen sich auch zur Überprüfung von Feuchtigkeit im Mauerwerk.

Leckageprüfung mit Farbe

Leckageprüfung mit Farbe

Ein sehr einfaches System. Zur Prüfung des Rohrleitungssystems wird Farbe (gesundheitsunschädliche Lebensmittelfarbe) mit Wasser gemischt.

Daraufhin wird es in die Rohre eingeführt. Durch die austretende Farbe wird das Leck geortet. Dieses Verfahren eignet sich nicht für alle Leckagen. Auch die Lebensmittelfarbe gibt es, wie auch das Kontrastmittel, in verschiedenen Farben.

Somit ist auch hier die Möglichkeit gegeben, in komplizierten und verschachtelten Rohrsystemen die einzelnen Rohre zu unterscheiden.

Thermografieverfahren

Thermografieverfahren

Die Messungen mit einer Wärmekamera (Thermo) bezeichnen das Finden von Lecks durch Temperaturunterschiede.

Auch per Wärmebildkamera ist es möglich, Leckagen in Rohrleitungen zu lokalisieren. Die warmen Abschnitte des Gebäudes werden dort orange/rötlich dargestellt. Die kühleren Bereiche auf diesem Foto sind eher in Blautönen gehalten.

Dieses System gibt es auch für Rohre. Wenn irgendwo Wasser austritt, entsteht ein Verdunstungseffekt. Bei dieser Verdunstung entsteht automatisch etwas Kälte. Diese leichte Temperaturschwankung kann mit guten Wärmebildkamers entdeckt werden.

Tracergas

Tracergas

Dieses Verfahren, welches auch Messgas- oder Suchgasverfahren genannt wird, dient zum genauen Eingrenzen von Leckagestellen innerhalb eines Rohrleitungssystems.

Die Rohrenden werden vorab bis auf die Gaseintrittsstelle verschlossen. Das Gas wird mit etwas Überdruck in das Leitungssystem eingeführt.
Das Tracergas tritt an der Leckstelle aus dem Rohr und die Position des Lecks ist somit schnell lokalisiert. Ein Sensor, bei dem die Empfindlichkeit auf das verwendete Gas einstellbar ist (z.B. Wasserstoffgas, Stickstoffanteile etc.), zeigt so bereits Kleinstmengen (Messsksla: ppm = parts per million - übersetzt: Teile in einer Million) des Gasgemisches an.

Dieses System eignet sich auch sehr gut, um den Gesamtzustand des Leitungssystems zu überprüfen. Rohr-, Leitungs- und Flachdachleckagen lassen sich so zuverlässig finden. Außerdem dient diese Art der Messung auch zu Diagnosezwecken und für Dichtigkeitsprüfungen aller Art.


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